Der Computernutzer kann aber nur zwischen Teufel und Beelzebub wählen. Für produktives Arbeiten kann nämlich auch Linux ruinös sein. Möchte der Anwender eines verhältnismäßig modernen Suse Linux 10.3 seine Daten sichern, vielleicht auf eine externe Festplatte? Ist diese Festplatte unter Windows lesbar (NTFS formatiert)? Das ist ganz einfach. Er muß nur wissen:
"Als Grundvoraussetzung,
die jedoch so oder so fuer schreibenden Zugriff
via fuse/ntfs-3g erfuellt werden muss, sollten die Pakete
(Ueberraschung) fuse und ntfs-3g installiert sein. Anschliessend wird
eine Datei /usr/share/hal/fdi/policy/10osvendor/10-ntfs-policy.fdi
mit folgendem Inhalt angelegt:
Hallo, Firma Suse, geht's noch?
Computermanagement by Hack?! Das war übrigens keine Anleitung aus der
Computersteinzeit und auch keine von Suse, sondern vom 24.10.2008 aus
dem Forum http://www.pc-forum24.de, und dem Autor gebührt große
Anerkennung, nicht nur für sein hervorragendes Fachwissen, sondern daß
er einen Weg aufgezeigt hat, mit dem bei Privatanwendern, Firmen und
Behörden in Deutschland wohl meistverbreitetem Linux Datensicherungen
auf dem gängigsten Medium möglich zu machen.
Will ich mir ein Anwendungsprogramm für Linux "kostenlos" herunterladen, braucht
Suse Linux auf meinem 1800er AMD System mit 1,5 GB RAM etliche Minuten, um
seine Datenbanken einzulesen - bei
jedem gesuchten Programm, wohlgemerkt. Drei Programme, drei
Schreibweisen bei jedem durchprobiert, eine halbe oder ganze Stunde
vergangen.
Das vielleicht beliebteste Datensicherungsprogramm, Acronis bis mindestens Version 12 kann nicht mehr automatisch mit modernen Linuxen umgehen, obwohl sie's behaupten, also kann man den Plan vergessen, damit systemunabhängig Datensicherungen seiner Linux- und Windowscomputer (z.B. Server, Desktop und Laptop) zu produzieren. Linux-Tools sind nicht brauchbar. Wenn ich etwa bei der Arbeit eine Kundenwebsite vermasselt habe, möchte ich alles andere, als von einer Live DVD neu booten und mit "dd" in 12 Stunden die ganze Partition nach altem Stand zurücksichern, um mein Directory von Webseiten des Kunden wiederzubekommen. Immerhin vereinfacht sbackup die Datensicherung menügesteuert per Skript, sodaß man seine voreingestellten Dateien auf einer anderen, z.B. externen Festplatte sichern lassen kann. Es entsteht ein komprimiertes Archiv, das im Notfall wiederhergestellt wird. Allerdings sind die Benutzerrechte hinterher mühsam anzupassen, der PC wird mit den wiederhergestellten Dateien mit "root" (dem Administrator) als Besitzer nicht richtig laufen.
Mit der DVD-RAM hat man jedoch ein externes Sicherungsmittel, auf das man einfach kopieren und von dem man immer einzelne Dateien usw. rücksichern kann.
Für
produktive Anwendungen ist auch Debian (Ubuntu!), das eigentlich als
Linux für Profis gilt, noch nicht so recht geeignet. Linux hängt
entscheidend von einer Datei "sources.list" ab, die alle paar Monate
geändert bzw. ungültig wird, und es ist auch nicht die funktionierende
Version irgendwo herunterzuladen - man ist auf Tipps aus den
Fachgruppen angewiesen, an welcher Stelle mit einem Editor nun was
anzupassen ist. Wer sich nicht ununterbrochen damit beschäftigt, findet
sich nach einem Jahr mit einem System wieder, in das er keine
Sicherheitsupdates oder neuen Programmversionen mehr einspielen kann. Erst in
letzter Zeit (aktuell: 2010) haben die Macher der beliebtesten Distributionen
und
die
sog.
Fachpresse gemerkt, daß sie den ahnungslosen Neulingen diese Informationen vielleicht
etwas näherbringen sollten.
Das
Office-Paket, mit dem die Linuxwelt Microsoft Paroli zu bieten glaubt,
funktionierte bei mir jahrelang nicht, sondern bringt bei jedem
Speichern bis zu einem Dutzend Fehlermeldungen für seine
Basic-Scriptsprache (Originalton eines Eingeweihten "das weiß doch
jeder, daß in dem package ein Fehler war") und so weiter.
Aber bei vielen Programmen sind langsam Verbesserungen zu verzeichnen. Mit CUPS gibt es endlich ein einfaches Drucksystem, das von praktisch jedem Anwenderprogramm angesprochen wird und einen einheitlichen Druckertreiber bereitstellt. Das Bildverarbeitungsprogramm GIMP in seiner letzten Version löscht nun nicht mehr die sog. Exif-Informationen in den Bildern aus der Digitalcamera, usw.
Ausnahmen sind bei mir nur Aktienchart- und Buchführungsprogramme.
Für mich der schlimmste Nachteil von Linux für das
Arbeitstempo im Beruf, neben den kleinen ergonomischen Mängeln der
Programme diversester Autoren, ist noch die Fontverwaltung. Auch bei
hoch automatisierten Installationen ist man hier auf Tricks und
komplizierte händische Einrichtung angewiesen (das heisst, man muss auch ein
legals MS-Windows besitzen und kopiert sich seine TTF-Fontdateien in sein Linux
- dann steht zwischen dem Anwender und einer sauberen Schrift in seinen Dokumenten
nur noch die Anwendung eines ziemlich geheimen Installationsbefehls für die Fonts
wie "sudo fc-cache -f -v",
der auch noch bei unterschiedlichen Linuxen verschieden ist) oder
muß eben
verzichten.
Ich erlebte z.B. noch gegen Anfang der 90er Jahre den Durchbruch von
MS-Windows mit der Version 3.0, schnell gefolgt von 3.1. Hatte vorher
jedes Programm seine eigene Druckerverwaltung und seine eigenen Fonts
mitgebracht, die z.B. unter Wordperfekt für DOS erst einmal
stundenlang in jeder Größe entpackt werden mussten, brachte
Windows skalierbare Fonts für Druck und Bildschirm mit. Dass in
einer Standardinstallation (Knoppix/Debian) von Linux bis heute noch
meine Bildschirmfonts in manchen Größen grob und pixelig
aussehen, hat mich auch nie gestört. Aber will man eine Skizze mit
einem Vektorzeichenprogramm erstellen, bindet dieses die
Bildschirmfonts ein. Man vergleiche selbst, wie das unter MS-Windows
mit Coreldraw und TTF-Fonts und unter Linux mit Xfig und den
Systemfonts aussieht:


Tja, und wie steht es um die Produktivität, um die nutzbaren
Arbeitsergebnisse innerhalb vorgegebener Zeit? Hier kann man nur das
klassische Unentschieden vergeben: "Teils-teils, es kommt darauf an".
Nehmen wir als Beispiel den visuellen HTML-Editor Amaya. Er produziert,
im
Gegensatz zu Windows-Pendants wie GoLive oder Dreamweaver, immer den
einfachsten und saubersten Code für die jeweilige Seite - es gibt in
der
kommerziellen Welt kein Pendant dazu. Aber wer eine vorhandene Seite
öffnen
will, sich erst einmal durch die linuxtypische Hierarchie, die beim
"Heimatverzeichnis" anfängt, durchgeklickt hat zu dem Verzeichnis auf
seiner
Platte, auf dem man seine Web-Entwicklungen hat, und dann noch den
Default
für die Endung "*.*htm* ändert auf "*.m4", ist nach der oft
viertelminütigen
Klick-Orgie und einem leichtsinnigen "Enter" wieder dort auf der
Platte, wo
er angefangen hat;-). Amaya stellt die Dateien und Unterverzeichnisse
in der
Reihenfolge "Verzeichnisse, Großbuchstaben, Kleinbuchstaben" dar und
öffnet
sie auf Einfachklick. Wendet man den gewohnten Doppelklick an (was
systemweit
nicht einstellbar ist), so landet man bei der nächsten, so schnell gar
nicht
angezeigten Datei im Unterverzeichnis unter dem Cursor, wenn vorhanden.
Ist dies nur ein Zeichen für den Individualismus der Entwickler, sind
andere
Dinge einfach lästig. Linux-Programmierer wollen, daß man die höchsten
Sicherheitsstandards einhält und sich für den Betrieb seines Systems
unter
einem anderen Benutzer-Namen einloggt, als man für dessen Installation
benutzen musste. Die Erklärung ist unter anderem, daß man dann nicht
durch
einen Vertipper ungewollt Dateien löschen könne. Wer so viel Fürsorge
nicht
akzeptieren möchte, wird schnell eines Besseren belehrt - weder die
Installation der Windows-Emulation "WINE" noch der Aufruf des
HTML-Editors
"Bluefish" sind, wenn man nicht die Tricks kennt, unter dem
Benutzernamen
möglich, der zur erstmaligen Systeminstallation benutzt wurde. Folgt
man aber
dem Ansinnen, für den Alltag einen anderen Benutzer anzulegen, so
stellt man
fest, daß einige Funktionen wie die Verbindung mit dem Internet nicht
mehr
funktionieren, und es gibt keine anfängergerechten Anleitungen, um über
diese
Hürde hinwegzukommen.
Weitere Probleme ergeben sich natürlich aus der gewaltigen Vielfalt der erhältlichen Linux-Software. Will man im Bildbearbeitungsprogramm "Image Magick" eine Fotodatei aufrufen, so kann man sie auf seiner Platte per Menü nur suchen mit "File", "Open", und muss dann (wir erinnern uns, dass Linux-Software an einer vom eingeloggten Benutzernamen abhängigen Stelle der Festplatte anfängt zu suchen, die man auch nicht ändern oder einstellen kann) mit Druck auf Buttons "Up" oder "Home" navigieren. Die Verzeichnisse und Dateien werden gemischt alphabetisch angezeigt, egal ob Klein- oder Großbuchstaben. Sie werden per Doppelklick geöffnet, der ziemlich schnell erfolgen muß. Trotz gewissenhafter Recherche ist es mir noch nicht gelungen, das erforderliche Klicktempo zu ändern, genau wie es laut meiner Erfahrung und Aussagen anderer kaum gelingt, die viel zu langsame Umsetzung der Mausbewegungen zu beschleunigen. Bei mir wird in Image Magick ein Dreh am Mausrad (weil man durch die Liste scrollen möchte) als Aufruf der gerade fokussierten Datei oder des gerade unter dem Cursor befindlichen Directories behandelt. Handelt es sich dabei um keine entschlüsselbare Bilddatei, sondern z.B. um einen Brief, wird der Roh-Dateiinhalt ohne Zeilenumbruch in einem gesonderten Fenster dargestellt, das man nicht schließen kann, weil der rechte Rand mit dem "Schließen"-Kreuz jenseits des rechten Bildschirmrandes liegt. Macht man hingegen seine Bildbearbeitung mit GIMP, so werden Verzeichnisse und Dateien in zwei getrennten Fenstern angezeigt, wobei die Sortierung in jedem für Groß- und Kleinbuchstaben gemischt erfolgt. Die Navigation "ein Verzeichnis höher" erfolgt über den Doppelpunkt im Dateiverzeichnis, die Auswahl mit Doppelklick. Das Scrollrad tut, was man von ihm erwartet, und lässt die Dateien im Verzeichnis nach oben und unten durchlaufen.
Aber wer kennt als Windows-Nutzer nicht ebenso zahlreiche
Ärgernisse, die zu
einem Boom der "Windows-Tricks-und-Tipps"-Bücher und Zeitschriften
geführt
haben? Ich nenne nur als Beispiel aus Win98 die Anzeige von
Verzeichnissen im
Explorer, die im Auslieferungszustand nebeneinander mit Piktogrammen
und mit
Dateinamen ohne die Endungen erfolgt, beginnend in einem absurderweise
nicht
auf einer Datenpartition zwecks regelmäßigen Backups, sondern einem
Unterverzeichnis, das in die Programm- bez. Betriebssystempartition
hineingemischt worden ist, namens "Eigene Dateien".
Andere Eigenheiten von Linux sind deutlich produktivitätsfördernd. Wer
sein
Geld mit dem Computer verdient wie ich, wird mir zustimmen, daß die
Eingabe
von Befehlen für das Hilfsprogramm "Convert", z.B. um alle soeben von
Digitalcamera heruntergeladenen Bilder in das Verzeichnis "X"
herüberzukopieren, sie dabei in Thumbnails zu verwandeln und zu
komprimieren,
und noch das Gamma um zwanzig Prozent hochzuziehen, als
Kommandozeilenbefehl
wesentlich schneller geht als die entsprechende Funktion z.B. in dem
Windowsprogramm "Irfanview" für Batchbearbeitung, wo man für denselben
Effekt
eine wahre Klickorgie durchführen muß.
Nicht anders verhält es sich mit der für Webdesigner wichtigen Funktion für das automatische Hochladen aktualisierter Seiten in's Internet. Bei Linux-"sitecopy" hat man einmal die Quell- und Zieladressen sowie die relevanten Datei-Endungen in eine Konfiguration hineingeschrieben und tippt für die Anwendung einfach: "Sitecopy -u xxx.de". Beim FTP-Uploader für MS-Windows hat man die Stammdaten wieder einmal in einer riesigen Klick-Orgie eingegeben und muss für die tägliche Anwendung eine graphische Oberfläche hochfahren, sowie eine Anzahl blödsinniger Piktogramme kennen. Bei diesem Programm habe ich auch schmerzhaft den Unterschied zwischen Linux-üblicher Open Source Software und kommerzieller Software für MS-Windows kennengelernt. Nicht nur, daß ein Registriercode zu erlangen und mühsam einzugeben war, bevor meine Version für mehrere Websites überhaupt lauffähig wurde. Da sich der Verkäufer von FTP-Uploader, eine Firma Berentz in Köln, darüber geärgert hatte, wie ich mich über eine Änderung am Programm geäussert habe, hat er mich für die Nutzung des 50...200 Mark teuren Tools gesperrt: keine Erweiterung um zusätzliche Websites und keine Updates, z.B. Anpassungen an zukünftige FTP-Verfahren mehr, sowie die Lizenz ohne Entschädigung entzogen. Wo hat man bei Linux-Software schon gehört, daß man einen Prozeß führen muß, um seine bezahlte Software auch wie vereinbart benutzen zu können...
Mit den nachstehenden Programmen erledige ich alle Aufgaben am Computer. Stand: überarbeitet 23.11.08. Systemsoftware im weitesten Sinne wie Samba (zur Verbindung mit meinem Windows-Laptop per Netzwerkkarte), apt-get zur Installation neuer Programme und Versionen etc. habe ich hier nicht näher ausgeführt.
Man sagt, Linux ist von Natur aus prima für Netzwerke. Das stimmt
ja vielleicht, aber der Fehlerquellen für den Anfänger sind
bei der Vernetzung viele.
Für mich stellte sich die Aufgabe, einen Laptop und einen
extra für Anwendungsprogramme unter MS-Windows, z.B. Buchhaltung
oder Corel Draw, aufgestellten Computer mit dem Haupt-Computer unter
Linux zu vernetzen.
Hierfür zieht man am besten eine der zahlreichen Anleitungen für die
Installation von SAMBA zu Rate.
Zeitschriften: Für mich sind die "Linux User" und auch mal die "Linux Enterprise" immer nützlich. Etliche Artikel habe ich mir als umfassend dargestelltes Grundlagenwissen aufgehoben. Eine Nummer der "Easy Linux" flog hingegen nach fünf Minuten in den Papierkorb. Die meisten Artikel waren erwartungsgemäß trivial, und die "Tipps und Tricks" erwiesen sich auf meinem System nur als "Flops"...
Update 2008 (aus einem Posting von mir im Usenet):
Kontra:
Die Frage eines Users war:
> Die Programme sind ja an und für sich
> kostenlos. Du meinst wahrscheinlich, dass es sich nicht lohnt,
weil Du
> dafür soviel Arbeitszeit aufwenden musst, richtig?
Antwort: "Da geht's noch nicht mal drum.
Aber ein halber Meter hochqualifizierter
Fachliteratur hinter mir im Regal plus nochmal ein Meter nicht so hoch
qualifizierter, die ich wieder verkauft oder auch weggeschmissen habe,
div.
Zeitschriften (in der Zeit, als ich noch dachte, sie würden von
Fachleuten
geschrieben), Datenträger für Sicherungen usw. usf., Berücksichtigung
der
Hardware- und Kompatibilitätslisten beim Kauf von Peripherie und
Zubehör,
Online- und Energiekosten sowie Investitionen sind in wenigen Jahren
easy
auf vierstellig aufgelaufen. So viel für XP, MS-Office, Virenscanner und
Co. zu verpulvern, wäre nicht leicht gewesen.
Dazu ist ein Teil des Deals natürlich, daß Linux-Programme,
die es nicht
gibt, auch nichts kosten. Wenn Linux-Scannersoftware für Profi-Scanner
überhaupt lauffähig wäre (ist sie nicht, hier ein Nikon LS-1000
Negativscanner sowie ein mittelformatgeeigneter Canon D2400U, die beide
nie
unter Linux laufen werden), würde sie trotzdem die nächsten ungefähr
1000
Jahre nicht an entweder Silverfast oder seinen billigeren (und besseren)
Konkurrenten Vuescan rankommen. Wer nur (dies an eine bestimmte
Fraktion...) Linux zum Rumschwadronieren in den Foren kennenlernen muß,
den
kratzt das natürlich nicht, aber wer damit arbeitet und seinen Computer
zum
Geldverdienen nehmen muss, der zahlt nämlich für Linux UND Windows.
Es gibt nun mal kein anerkanntes und für die GOB zertifiziertes
Buchhaltungsprogramm für Linux, von Lohnabrechnung ganz zu schweigen.
Oder
nimm' Webdesign. Wenn in der Szene einer öffentlich seine Meinung
kundtut,
Quanta oder Amaya seien Profi-Programme, dann ist schon klar, daß er
sein
Geld nicht in der Branche verdient, denn für schnelles, sicheres und
rationelles Arbeiten brauchst du eine Website-Verwaltung (Bsp. du
änderst
heute dein Logo, das du irgendwo auch in deine Kunden-Websites als Link
reinschmuggelst, dann möchtest du, dass du beim nächsten Aufruf der
letzteren daran erinnert und gefragt wirst, ob die neue Version auch
dort
eingesetzt und hochgeladen werden soll).
Und wie sieht es in der Linux-Welt damit aus? Ja, tatsächlich hat einer
von
den Linuxleuten kapiert, daß der total schrottige HTML-Editor, der schon
immer in Netscape drin war, vielleicht die allerneueste, erst seit ca.
1998
verbreitete Technik (CSS) haben sollte, und das reingebracht (KompoZer).
Übrigens für einen allein eine ganz schöne Leistung (danke an Kaze, der
das
für die Windows- und Linux-Systeme programmiert hat). Bloß, wenn du in
diesem bisher professionellsten System eine Vorlage (Farben, Logo,
Standardmenü, Hintergrund, was eben für alle Seiten gilt) änderst,
ändern
sich längst nicht die damit erstellten Seiten mit, dazu brauchts ein
Zusatzprogramm zum Updaten, das irgend ein Bastler als Freeware zur
Verfügung gestellt hat. Rate mal, unter welchem Betriebssystem das nur
läuft? Richtig, es fängt mit W... an ;-). Rate mal, was das macht, wenn
man
tatsächlich den Weg geht, seine Aktualisierungen notgedrungen unter
Windows
machen zu lassen (ist ja nicht jeden Tag nötig)? Es macht die
Meta-Informationen im unsichtbaren Seitenkopf platt, wie du nach einer
halben Arbeitswoche schließlich rauskriegst. Adobe, M$ und Co. wären
seit
10 Jahren kaputt, wenn sie so etwas Unausgereiftes auf den Markt
gebracht
hätten ;-).
Ja, und dann haben wir noch nicht über Hardware gesprochen.
Mein Windows2000
ist glücklich, wenn ich ihm so um 350 MB RAM alloziere. KDE schickt mich
zum Kaffeekochen, wenn ich auf einem PC mit einem halben
Gigabyte RAM gleichzeitig Open Office und Firefox aufrufe, während es
dann
nämlich die Aufgaben mit einem ca. Tausendstel der
Ausführungsgeschwindigkeit unter Hinzunahme der Swap-Partition auf der
Festplatte erledigt. (Nein, ich rufe Open Office nicht auf, weil ich so
gigantische Aufgaben damit zu erfüllen habe. Es gibt nur keine
Entsprechung
von "Write" oder "Wordpad" unter Linux, die auch funktionieren würde,
also
brauchst du das riesige Openoffice, auch wenn du nur einen
Einkaufszettel
drucken willst. Was "Wordpad" entspricht, Abiword, schrieb bei mir nach
Umlauten
grundsätzlich die zwei folgenden Buchstaben ineinandergedruckt,
jedenfalls unter Kubuntu und bei sachgerechter Installation und
Bedienung,
in jedem Font und mit jedem Drucksystem oder Drucker. Aber das steht
natürlich nicht in der CT, die benutzen wahrscheinlich MS-Word unter
Vista
zum Schreiben ;-). Und mal eben eine Tabelle, die du unter MS-Works 2.0
in
einer Minute hingebracht hättest, unter dem ebenfalls kleinen Gnumeric
zu
aktualisieren, bringt dich zu der Erkenntnis, daß das Gnumeric im neuen
Ubuntu die Arbeitsblätter vom alten Ubuntu mit drei extra Nullen
übernimmt,
aus Tausend wird eine Million. Wär schön bei meinem Bankkonto...).
Seien wir froh, daß Linux wenigstens die vom eigenen Windows
geklauten TTF-Fonts
verarbeiten kann, sonst würden wir uns mit drei Schriftarten (mit
Füßchen,
ohne Füßchen, Schreibmaschinenschrift) begnügen müssen. (Natürlich sind
dafür
komplizierte Installationsanleitungen zu befolgen). Oder absonderliche
Font-Systeme installieren und dem Rat, den uns eingefleischte
Linux-"Fachleute" sowieso geben, folgen, nämlich mit einem antiken
Satzsystem die Steueranweisungen gleich auswendig in den Brief mit
reinschreiben, weil WYSWYG ja eh nur was für Unkundige ist ;-).
Also braucht die Kiste anderthalb GB RAM und ich bin schon
froh, daß die
virtuellen Techniken so weit fortgeschritten sind, daß ich nicht zwei
PC an
einem einzigen Schreibtisch laufen lassen muß, einen für Linux und einen
für Windows, samt Netzwerk dazwischen. (Schon das ist ein Tausender,
alte
Währung, der wirklich, wahrhaftig, nachweisbar, und für jeden
ersichtlich,
rein meinen Linux-Kosten zuzuschreiben ist).
Es wurde bei Linux als großer Fortschritt gefeiert, daß sog.
GDI-Drucker
damit angesteuert werden konnten. Daß mein gutes altes Laserfax
(MFC-9050
von Brother) aber eine Stunde und meistens zwei oder drei Re-Boots
braucht,
um unter Linux auch eine Grafik auszudrucken, steht nicht in den bunten
Heften. Streiche also mal schön die billigen Samsung-Farblaserdrucker
ohne
eigenes RAM, die du bei Saturn & Co. wenig über 200 Euro
verkauft kriegst,
und schaffe dir für Linux einen guten an wie den HP 2550L (immerhin kein
schlechter Kauf), wo du erstmal einen Hunni in der Anschaffung
drauflegen
musst und für den es regulär keine Toner-Sets unter 400 Euro gibt.
Ach ja, Energie. Es hat mich ja nur milde irritiert, daß
Kubuntu auf meinem
Celeron 1200 PC als Stromsparmodus nur Suspend-to-RAM konnte. Dann
verbrauchte die Kiste eben über Nacht ein wenig Strom, um das RAM
aufrechtzuerhalten, und stürzte unter Datenverlust ab, wenn man's mit
Suspend to Disk (abspeichern und echte Abschaltung) probierte. Macht
nix,
daß Linux-Programmierer und Möchtegernfachleute von Semantik und
Redundanz
nix verstehen. So habe ich auf die harte Tour gelernt, daß die
Befehlseingabe "apm -s" Sparen bedeutet, "apm -S" dagegen Datenverlust
ohne
Ende (seit Linux ein Dateisystem hat, bei dem nicht im Absturzfall alle
Dateien auch physisch auf der Platte zerstört werden, spart man dann
auch
die Datenwiederherstellung bwz. Nacharbeit der noch nicht von der
letzten
Datensicherung erfassten Arbeiten.
Zu Suse 10.3 und einem AMD-Computer gewechselt, musste ich mich
umgewöhnen.
Hier führt das "Suspend to RAM" zum Stillstand mit Verlust aller Daten
in
den offenen Programmen, während Suspend to DISK funktioniert (sort
of...:
der PC schaltet sich nach Abspeicherung pflichtgemäß ab, und wieder
aufgeweckt, jedenfalls in den 99 Prozent aller Fälle, wo er wirklich zur
Weiterarbeit zu bewegen ist, kommt als erstes ein Fenster auf den
Bildschirm: "Suspend to Disk fehlgeschlagen" ;-) ). Naschön,
schleichender
Stromverbrauch über Nacht bei dem einen, unnötiger Stromverbrauch in den
Arbeitspausen von 1/4 bis 1/2 Stunde, in denen Suspend to RAM angebracht
wäre, da schenken sich die beiden System nichts.
Es würde mich jedenfalls nicht so irritieren, wenn nicht auf
jeder von
beiden Maschinen unter original gebootetem Windows 2000 beide
Suspend-Arten, ohne Macken, Einfrieren oder Daten funktionieren
würden...
und es ist auch nicht so prickelnd, daß das Äonen (11 Monate) alte,
unzuverlässige Kubuntu ohne Murren auch Windows 2000 in einer Virtualbox
mit in den Schlaf nimmt und wieder aufweckt, während Suse sich weigert,
mit
aufgerufenem Windows überhaupt in den Stromsparmodus zu gehen. Bei 15
Cents
pro Kilowattstunde und so um 150 Watt Stromverbrauch sind das keine
trivialen Jahreskosten mehr, für den Luxus, Linux zu betreiben.
Aber an Linux wird ja in aller Welt gearbeitet. Mit wenigen
hundert Stunden
Recherche über Grafiktreiber kriegt es jeder Linuxianer hin, die
neuesten
Desktop-Verzierungen in 3-D unter dem nächsten KDE zu installieren,
wetten ;-)."
Pro: "Hier mal eine Aufzählung
von den Anwendungen, die mir
spontan einfallen, die man mit einem Linux-System gleich gut oder besser
erledigen kann wie mit käuflichen (Programme sind oft nur als Beispiele
zu
verstehen - als E-Mail-Client ist Thunderbird auch nicht schlechter als
KMail, und obwohl ich mich so schön an KDE gewöhnt habe, bietet Gnome
parallel dazu eine ganze Reihe Alternativen):
Internet: Browser Firefox, E-Mail-Client KMail, Usenet Knode
Schreiben, Newsletter in PDF erzeugen, Kalkulation, PPD-Präsentationen
öffnen und bearbeiten: Open Office (Fachbuch & Tutorials
durcharbeiten
erforderlich, wenn's über eine Briefseite hinausgeht)
Palm/Treo Termine und Adressverzeichnisse im PC führen: JPilot
(unerlässlich: per Google nach der logischen Adresse seines PDA auf
seinem
Linux und auf seiner Maschine recherchieren, die man nämlich in JPilot
eintragen muß - ist aber einfach)
Fotos angucken und bearbeiten: Gqview, GIMP
Bilddaten, die direkt in Digitalfotos von der Camera
eingespeist sind,
ansehen und Bemerkungen (Namen, Orte usw.) hinzufügen, sodaß sie auch im
verbreitetsten Windows-Programm Irfanview angesehen werden können (da
gibt's nämlich von Software zu Software frustrierende Unterschiede):
Gwenview
Windowsprogramme wie Word2000, Dreamweaver bis MX, Coreldraw 7
(kein
anderes), Fireworks bis Version 2 unter Linux laufen lassen: Crossover
(kostet um 40 Dollar, bringt ca. halbe Geschwindigkeit)
- viele andere Windowssoftware oder auch Wine ohne den Crossover-Überbau
kann man als zu unzuverlässig laufend vergessen -
Alle Windowsprogramme gleichzeitig mit Linux ohne
Einschränkung laufen
lassen, kein SCSI: Virtualbox (proprietäre Freeware, Windows zusätzlich
erforderlich, 1 - 1.5 GB RAM unbedingt empfehlenswert)
Electronic Banking (einarbeitungsbedürftig, dann aber
zuverlässig und
produktiv) Jameica/Hibiscus, kostenlos erhältlich als Javaprogramm für
mehrere Betriebssysteme
Softwareentwicklung: GCC-Compilerfamilie (Gott, hab' ich
wirklich früher 200
Mark für Turbo-C und dann vierstellige DM für Microsoft C 5.1
abgedrückt?!)
HTML-Editor, gut für erfahrene Codierer: Bluefish
Visueller HTML-Editor für Anfänger: KompoZer (unausgereift,
aber ein
wichtiges Feature, CSS, ist so hochentwickelt darin wie in einem
hochmodernen Adobe GoLive)
Für den ganzen anderen Kleinkram, den man so braucht oder
gewohnt ist, gibt
es teils gleichwertige Lösungen (kleiner Editor Kate, div.
FTP-Programme,
Arbeitszeiterfassung, Terminuhr usw. usf.), teils nur große Lücken oder
Bastlermüll, u.a. im hardwarenahen Bereich (TV-Karten, Multimedia,
VoIp-Telefonie - oder warum kriege ich zwar die Eröffnungströte über
meine
Lautsprecher zu hören, die die KDE-Leute bei Windows abgeguckt haben,
aber
zu irgendwelchen von TV-Karte mitgeschnittenen Avis keinen Mucks, ohne
daß
ich ein Vierteljahr Studium Generale in Punkto Soundkarten und
Ansteuerung
absolviere...).
Vor ein paar Jahren habe ich meinen 233er Pentium Computer
ausgemustert und
mit Win98 für einen älteren Freund im Rentenalter fertiggemacht. Mit
einem
Knoppix oder Kubuntu würde ich ihn heute unter Linux installieren und
nach
meiner Überzeugung würde besagter Freund, der sich seinerzeit in Windows
ganz neu eingearbeitet hat, es bis heute nicht gemerkt haben. Aber da
geht's um Recherchen von Wanderzielen und -Wegen, Reisebuchungen online
und
Abfassung von Rundschreiben über E-Mail als auch Ausdruck. Und warum er,
wenn er seinen Computer ausschalten will, unter Windows auf "Start"
klicken
muss oder "Datei" anwählen, um zu "Drucken" zu kommen, konnte ich ihm
damals auch nicht besonders leicht plausibel machen..."