Wühlmäuse kann man von Maulwürfen unterscheiden, indem man die Haufen aufgräbt und das Loch zudeckt: Wühlmäuse machen die aufgegrabene Stelle binnen weniger Stunden mit lockerer Erde wieder zu. Das ist wichtig. Hat man etwa einen Maulwurf, lässt man ihn besser leben, denn Maulwürfe sind Fleischfresser: sie lassen unsere Pflanzen in Ruhe und fressen nur die Schädlinge. Ausserdem steht er unter Naturschutz. Darüberhinaus muß man sich darüber im Klaren sein, daß die "Infrastruktur", mehrere hundert Meter unterirdische Gang- und Speichersysteme, bestehen bleibt und alsbald wieder besiedelt wird, wenn man den derzeitigen Bewohner vernichtet. Ist das Gangsystem von einem Maulwurf besiedelt, verteidigt er es gegen die Wühlmäuse.
Der Zerstörung des Gartens (durchaus keine triviale Sache, wenn man bedenkt, daß sich in einem unterwühlten, von Erdhaufen wimmelnden Garten auch mal jemand ein Bein brechen kann) durch einen Maulwurf kann man entgegenwirken, indem man seine Hügel nicht einebnet oder gar einschlämmt, sondern vorsichtig abträgt oder in naheliegende Vertiefungen hineinrecht. Neue Maulwurfshügel werden dann nur aufgeworfen, wenn das Tier neue Nahrungsgänge suchen muß, z.B. im Winter. Auch hier kann man ein wenig steuern, indem man die Gänge mit einem Stab sucht. Alle Stoffe, die nach Mensch oder einem anderen Raubtier riechen (der eine schwört auf Mottenkugeln, der andere auf angesengte Hundehaare, ...) sind geeignet, den Maulwurf wenigstens eine Woche in einen anderen Teil seines Gebietes abzudrängen.
Glaubt man, man habe eine Wühlmaus "besiegt", weil die
aufgegrabenen
Stellen nicht gleich wieder zugescharrt wurden, und stellt man fest,
dass
vermeintlich eine zweite Wühlmaus noch am Leben sei und die Löcher der
ersten
geschlossen habe: das ist ein Irrtum. Sowohl Maulwürfe als auch
Wühlmäuse
sind Einzelgänger, du hast also einen Maulwurf, der sich nur eine Weile
ausgeruht hat.
Aus
http://www.faunistik.net/BSWT/MAMMALIA/RODENTIA/ARVICOLIDAE/ARVICOLA/arvicola.terrestris.html:
"Die Schermaus lebt überwiegend unterirdisch. Sie wirft ähnlich dem
Maulwurf Gänge auf, die aber flacher und in der Form unregelmäßiger
sind. Die Erde ist feiner und meist mit Pflanzenresten vermischt. Der
Maulwurf schiebt gleichmäßig geformte, hohe Erdhaufen ohne
Pflanzenreste. Sein Gang endet mitten unter einem Erdhaufen. Häufig
benutzen jedoch Maulwurf und Schermaus das gleiche Gangsystem. Dann ist
eine Unterscheidung nicht ohne weiteres möglich".
Da trifft es sich gut, daß die einzigen beiden Methoden, einen Maulwurf loszuwerden, die nach meiner Überzeugung überhaupt Wirkung zeigen, die Möglichkeit lassen, sein Leben zu schonen:
1.) Lebendfallen. Dies sind Plastikrohre mit Klappen an den Enden, ab ca. 3,50 Euro zu erwerben. Erkennt man einen Maulwurf, dürfte es nicht schwer fallen, ihn in einen Eimer auszuleeren und weit weg wieder auszusetzen. Quelle: div. Usenet-Berichte und Homepages; ferner http://www.ciao.com/Maulwurf_im_Garten_Tipps_Tricks__994089. Hier hat sich eine kleine Gemeinde eifriger Ciao-Schreiber den Spaß gemacht, nicht über ein Produkt, sondern über die Vertreibung von Maulwürfen zu berichten.
2.) Ausgraben (eigene
Erfahrung). Man ebne immer wieder
die Hügel ein und grabe gar die Gänge auf oder schlämme sie mit Wasser
ein.
Natürlich wird das Blid des gepflegten Gartens etwas beeinträchtigt.
Aber der
Rasen wird auch ruiniert, wenn er von Hügeln durchsetzt ist ...
Dies veranlasst
Maulwürfe und Wühlmäuse zu
erhöhter Aktivität. Man beobachte die Fläche z.B. vom Wohnzimmerfenster
aus,
ob sich wieder etwas tut. Stellt man eine Bewegung der Erde fest, halte
man
sich mit dem Spaten in Position und steche den Haufen samt Maulwurf
blitzartig auf, sobald er die zweite Ladung hinauswirft. Da er nichts
sieht,
hat man jetzt Muße, ihn in einen Eimer zu schaufeln und
wegzubringen.
Es gibt keine Tricks, Wunderpflanzen oder Geräte, mit denen man Wühlmäuse (oder auch Maulwürfe) vertreiben kann. Spätestens, wenn die Tiere ein Nest gebaut oder Vorräte eingelagert haben, wird man sie mit irgend welchen Mottenkugeln, lärmproduzierenden eingegrabenen Flaschen usw. bestimmt nicht los, und ich bezweifle, daß irgend eine der vielgenannten Methoden überhaupt Wirkung zeigt. Man muß sich über die Lebensweise und den Bau ihres Gangsystems klar werden.
Zu den wichtigen Beobachtungen gehört:
Maulwürfe, aber auch Wühlmäuse sind Einzelgänger, die nur in der Paarungszeit zusammenfinden. Die unterirdischen Gänge werden nur von einem einzelnen Tier genutzt. "
Das Wichtigste ist, das Gangsystem kennen zu lernen und zu üben, wie man die Hügel öffnet, ohne die Gänge beim Aufgraben zu verschütten! Dies gilt sowohl für die Plazierung von Fallen, als auch die Einleitung von Gas.
Wühlmäuse graben nach eigener Beobachtung irgendwie Fress-,
aber auch
Bau-Gänge. Die Fressgänge sind dicht unter der Oberfläche und wölben
die
Grasnarbe auf. Nach denen braucht man gar nicht zu buddeln. Die
Bau-Gänge
sind eine Etage tiefer. Laut o.g. Website und eigenen vorjährigen
Erfahrungen
können Wühlmausgänge durchaus einen halben Meter tief liegen. Als ich
ein
Nest fand, war dieses gebaut wie ein U-Bahnhof: obenrum die (Ein-)Gänge
zu
den Selbstbedienungsläden zum Fressen, hier in Wurzelhöhe, und einen
Viertelmeter tiefer die Tunnels zu den wichtigen Räumen sowie das
flaschenähnliche Nest, gepolstert mit geklauter Polystyrol-Folie.
- Erdhügel von Wühlmäusen sitzen nie über den Hauptverbindungsgängen,
sondern
eine Handspanne daneben! ("Die frisch aufgeworfenen Maulwurfshaufen
sind demnach spitzkegelig und liegen direkt über dem Gangende im
Gegensatz zu den verwühlten, flachen und meist kleineren Haufen der
Schermaus, die seitlich neben der Ausmündung des Ganges an der
Erdoberfläche liegen", siehe http://www.faunistik.net/BSWT/MAMMALIA/INSECTIVORA/TALPIDAE/talpa.europaea_bau.html).
Es wird empfohlen, mit Stäben
in der Umgebung des Loches zu suchen. Ich habe es ausprobiert. Also
wenn du
irgend einen Stab (bei mir ein 12mm Kupferrohr, Installationsrest,
dessen
Ende flach zusammengehämmert wurde) gegen mehr oder weniger großen
Widerstand
in die Erde gedrückt hast und rutscht dann in der Nähe eines
aufgeworfenen
Hügels 6-9 Zentimeter voll durch, hast du den Gang gefunden.
- D.h. wenn du einen Erdhügel aufgräbst, genügt es nicht, mit der Hand
_einen_ kleinen Gang zu finden. Du musst den wirklichen Bau suchen. Das
erkennst du, wenn du die Abzweigung zum "Entsorgungsgang für Erdaushub"
gefunden hast, entweder durch Nachgraben mit der Hand oder mit dem Stab
beim
Einstecken in der Umgebung eines Wühlmaushügels und dortigem
vorsichtigem
Aufgraben mit der Hand, und ZWEI GROSSE Gänge findest, die dort
abgehen.
-Sei nett zu Katzen.
Vielleicht erwischen sie
eine Wühlmaus beim Zuwandern und machen sie Dir zum Geschenk wie die
abgebildete. Sie ist übrigens ca. 20 Zentimeter groß.
- Hast du einen Gang des echten Baues, keinen flachen Fressgang und
keinen
Erd-Aushub-Gang, gefunden und Dich vergewissert (s.o.), dass es sich um
eine
Wühlmaus handelt, magst Du auch Schlagfallen anwenden oder Gift
einleiten.
Ich habe keine Erfahrung mit Schlagfallen. Eine markenlose, die ich im
Baumarkt gekauft hatte, habe ich sofort weggeworfen, als ich
feststellte,
dass sie klemmte. Wenn ich den Auslöser nur mit Kraft betätigen kann,
wird
die Falle auch bei Berührung einer Wühlmaus nicht auslösen, zudem
bestand
große Verletzungsgefahr beim Spannen. Finger weg von primitiven
Drahtbügelfallen. Allgemein werden Neudorff empfohlen, siehe
http://www.duenger-shop.de/webshop/query.php?cp_dlt=5504&cp_cat=88&cp_pid=2634&cp_dls=wbsfProdukte.tag.
.
- Arrex Giftpatronen werden durch Abbrennen aktiviert. Aus ihrer
Schlacke
entwickelt sich binnen 12-24 Stunden irgend ein Phosphorwasserstoff,
der so
giftig sein soll, daß sie die Anwendung im Garten auf 1x pro Jahr
beschränken. Diese Patronen sind teuer und haben bei mir im Garten
manchmal
gewirkt, meistens nicht. Sicher ist wohl nur eines: daß dieses Gas auch
alles
andere Bodenleben vergiftet.
- Neuerdings gibt es auch Wühlmaus-Giftköder zu kaufen. Über deren Wirksamkeit kann ich nichts sagen.
- O.g. Website weist auf weitere Möglichkeiten hin, Wühlmäuse durch Gas auszurotten. Sie favorisieren Kohlendioxydflaschen, wie man sie z.B. zum Schutzgasschweißen braucht.
-Ich habe mal die Düse einer Gaslötlampe in so einen Gang
gesteckt und
nach ein paar Minuten in Brand gesteckt. Es erfolgte eine Verpuffung.
Die
Ausrottung war wohl Illusion. Die Wühlmaus hat sich noch nicht mal
totgelacht, obwohl sie sicherlich Anlaß dazu gehabt hätte.
-
Eine
andere Möglichkeit sei, Kohlenmonoxyd von katalysatorlosen
Benzinmotoren einzuleiten. Ich habe es mit einem Schlauch am Auspuff
probiert
(Bild). Es blieb in dem einen Fall wirkungslos, aber
das heisst, genau wie bei den Gaspatronen, ja nicht, dass es nicht
unter
Umständen doch wirken könnte. Was es bewirkte, war, dass beim späteren
Einschlämmen der Gänge Wasser mit schillernden Ölschlieren an die
Oberfläche
kam. Man muß sich bei der Gasmethode sowieso im Klaren darüber sein,
daß man
vielleicht nicht seine Wühlmaus, mit Sicherheit aber vielfältiges
sonstiges
Bodenleben tötet.
- Und dann gibt's natürlich auch die Möglichkeit, seine Gewächse mit
Körben aus Kaninchendraht zu schützen. Wer nicht selber basteln will
und sich die Ausgabe machen will (4.95 bis 6.95 EUR zzgl. MWSt. und
Paketporto, Mindestmenge 5 Stück), kann sie aus verzinktem oder blankem
13mm Maschendraht bei www.wuehlmaus-stop.de bestellen.
- Unter http://www.baumpfingstrosen.de/Tipps/Wuehlmaeuse.php gibt's auch noch ein paar Tipps. Den dort beschriebenen Eimerfallen dürfte allerdings alles zum Opfer fallen, was überhaupt im Garten kreucht und fleucht. Die erwähnte Forstwirtschaft ist da seelisch wohl etwas robuster, aber ich würde die Methode nur anwenden, wenn einwandfrei Wühlmäuse im Garten identifiziert sind, und auch dann nur zeitweise.
Fazit/Update: Ich habe ja ein Grundstück am Waldrand, ohne riesige Zaunfundamente o.ä., die mich gegen die Natur abschotten könnten, und sehe die Problematik gelassen. Auf meiner Obstwiese bzw. in meiner Kräuterecke (alles zusammen ca. 170 qm) kommt es auf makellos grüne Flächen nicht so an. Erdhügel trage ich ab, ohne die darunter liegenden Maulwurfsgänge einzutreten, denn der Maulwurf ist als Fleischfresser harmlos für meine Pflanzen und verteidigt seine Gänge gegen Wühlmäuse. Als aktive Bekämpfung setze ich die billigen Drahtfallen ein. Wühlmäuse sind hoffentlich blöd genug, in diesen ihrer nichtswürdigen Existenz ein Ende zu setzen. Meine Maulwürfe scheinen die Dinger mit Mißtrauen zu betrachten und hauen für geraume Zeit aus dem Gartenteil ab, wo die Dinger eingebuddelt sind.
Guter Link:
http://www.hausmaus.at/F4.htm
Kurz-URL dieser Seite: http://tinyurl.com/ykpskco
Stand: 20.11.2003